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Tipps von den Profis: So gelingt die Sanierung

Eine hochwertige Gebäudesanierung ist meist komplexer als ein Neubau. Aber mit etwas Weitblick in der Planung und Sorgfalt in der Umsetzung gelingt jedes Projekt. Dazu 7 Tipps von Vorarlberger Sanierungsprofis.

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Tipp 1: Den Rundum-Blick wagen

Bevor einzelne Sanierungsmaßnahmen getroffen werden, lohnt sich immer eine ganzheitliche Betrachtung des Bestandes und der Umstände. Wer sich Zeit für die Betrachtung von Wünschen, Bedarf, Möglichkeiten und technischen Erfordernissen nimmt, schafft die Voraussetzung für eine zielführende und nachhaltige Planung (dazu bietet das Energieinstitut Vorarlberg ein speziell abgestimmtes Beratungspaket an, Details siehe unten).

Klarerweise verfügen wir über keine Glaskugel, der Blick in die Zukunft ist immer auch spekulativ. Aber im Zuge einer Sanierung lassen sich große Flexibilitäten schaffen, um das Gebäude an künftige (auch unabsehbare) Änderungen anpassen zu können.

„Eine ganzheitliche Betrachtung ebnet den Weg für ein schönes Projekt.“
Philipp Gmeiner, Gmeiner & Miatto Architekten

 

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Tipp 2: Leiten lassen!

Mitunter bringt die Bauphase einer Sanierung Überraschungen mit sich, auf die Bauherrschaft, Planung und Handwerk reagieren müssen. Kundige und gut strukturierte Bauleute können auch solche Herausforderungen meistern. Eine erfahrene Bauleitung ist aber jedenfalls die sichere Bank: Wenn es darum geht, die Planung nachzuführen, Gewerke neu zu koordinieren, zu improvisieren, neue Lösungen zu finden.

Aber auch im ganz „normalen“ Betrieb hilft ein Profi dabei, Angebote zu bewerten, Details nachzuverhandeln und die beste Firma für die jeweiligen Gewerke zu finden. Klar ist, dass es das nicht umsonst gibt. Die Kosten für die Sanierungsbegleitung werden aber zum Teil von der Wohnbauförderung erstattet. 

„Eine professionelle Baubegleitung schafft Sicherheit in allen Phasen des Projekts.“
Jürgen Pleschberger, Müller Wohnbau

 

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Tipp 3: Nachhaltig sanieren

Den Energiebedarf eines Gebäudes zu reduzieren, soll immer ein zentraler Punkt einer Sanierung sein. Gut gedämmte Gebäude sparen nicht nur Betriebskosten, sie sind behaglicher und im Sommer besser gegen Überhitzung geschützt. Und die Wohnbauförderung belohnt energieeffiziente Sanierungen mit höheren Förderungen.

Und weil fast die Hälfte des Energiebedarfs in Vorarlberg für das Heizen und Kühlen von Gebäuden benötigt wird, ist jede nachhaltige Sanierung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Energieautonomie. 

„Energieeffiziente Sanierungen werden mit höheren Förderungen belohnt.“
Verena Engstler, Energieinstitut Vorarlberg

 

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Tipp 4: Eigenleistung erbringen

Eigenleistung ist eine gute Möglichkeit, die Kosten für die Sanierung zu senken. Und viele Gewerke bieten ausreichend Möglichkeit, sich – auch zusammen mit Familie und Freunden – tatkräftig einzubringen.

Um Hinterholz-8-Momente zu vermeiden, sollten die Fähigkeiten aber realistisch eingeschätzt werden. Sonst kann das Mithelfen gewaltig nach hinten losgehen und in Verzögerungen und im schlimmsten Fall in Bauschäden münden. Wer eine Bauleitung hat, kann mit dieser die Möglichkeiten der Eigenleistung über das gesamte Projekt optimal ausloten.

„Eigenleistung ist ein guter Weg, die Kosten niedrig zu halten. Aber überschätzen Sie sich nicht!“
Petra Mathis, Bau Summer

 

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Tipp 5: Aufs Klima reagieren

Das Klima in Vorarlberg ändert sich. Es wird wärmer, im Sommer nehmen Hitzetage und Tropennächte zu. Und es wird häufiger sehr stark regnen. Im Zuge einer Sanierung sollten daher alle Möglichkeiten genutzt werden, das Gebäude und dessen Bewohner vor den Folgen zu schützen. Das gibt Sicherheit, erhöht den Wohnkomfort und sichert den Wert des Gebäudes nachhaltig. Vom Energieinstitut gibt es dazu ein kostenloses Beratungsangebot.

„Wir helfen dabei, das Gebäude im Zuge der Sanierung klimafit zu machen.“
Johanna Müller, Energieinstitut Vorarlberg

 

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Tipp 6: Die Haustechnik modernisieren

Unabhängig davon, ob die alte Heizung noch ein paar Jahre ihren Dienst tun soll, ist die Sanierung eine zentrale Gelegenheit, die Haustechnik auf den Stand zu bringen. Das bedeutet zum Beispiel das Ersetzen von Heizkörpern durch eine Wand- oder Fußbodenheizung – was den Komfort erhöht und die Vorlauftemperatur senkt. Eine (später) installierte Wärmepumpe freut das besonders.

Auch das Nachrüsten einer Komfortlüftung ist nur in der Sanierungsphase sinnvoll möglich, weshalb Sie diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen sollten. Eine Solar- oder PV-Anlage ist fixes Thema, wenn Sie das Dach sanieren. Bleibt das Dach unangetastet, sehen Sie zumindest Leerrohre in den Dachboden vor, um das spätere Nachrüsten zu vereinfachen. 

„Oft lässt sich eine Fußbodenheizung in den bestehenden Estrich einfräsen.“
Paul Einsiedler, Einsiedler Haustechnik

 

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Tipp 7: Wohnbauförderung beanspruchen

Gute Nachrichten für alle, die ihre Sanierung fremdfinanzieren müssen: Fixzinsvereinbarungen bis 20 Jahre sind derzeit sehr attraktiv. Auch die variablen Zinssätze sollten sich im Lauf des Jahres weiter senken, und das Auslaufen der KIM-V mit 30. Juni 2025 wird die Kreditvergabe und das Abwickeln mittels Baukonten teils deutlich erleichtern.

Bis 30. Juni 2026 führt die „temporäre Gebührenbefreiung“ durch den Bund in definierten Fällen zum Wegfall der Eintragungskosten für Pfandrechte, was einen Vorteil von bis zu 11.500,- Euro ausmachen kann. Unschlagbar bleibt aber die Finanzierung über die Wohnbauförderung, die sowohl im Neubau als in der Sanierung nach wie vor sehr attraktiv ist. 

„Fixzinsvereinbarungen bis 20 Jahre sind derzeit sehr attraktiv.“ 
Konrad Steurer, Raiffeisenlandesbank Vorarlberg

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Projekts "GO Altbau", das von der Europäischen Union gefördert wird.