Bitte um Rückruf

e5-VorOrt: Ein Rundgang durch das neue Hallenbad Bregenz

Es ist aktuell eines der größten Bauprojekte in Bregenz. Nach drei Jahren Bauzeit soll das neue Seebad Bregenz im Mai 2025 eröffnet werden. Für die Wärme- und Kälteerzeugung wird das Seewasser des Bodensees genutzt.

ARGE Riegger, Metzler, Schelling
Das neue Seebad Bregenz mit Pryramiden-Holzdecke - Eröffnung im Mai 2025 geplant

Bei einer exklusiven Führung durch das noch in Bau befindliche Seebad Bregenz, durften sich rund 40 Teilnehmer*innen aus den e5-Gemeinden im Rahmen eines e5-VorOrts von den Baufortschritten überzeugen und auch einen Blick in das technische Innenleben werfen. Das Seebad Bregenz wird künftig mit erneuerbaren Energien versorgt. Neben einer Photovoltaikanlage auf dem Dach wird die Anlage zu größten Teilen mit Energie aus Seewasser geheizt und gekühlt. Lediglich für Spitzenabdeckungen und bei Wartungsausfällen sollen auf ein Gas-Blockheizkraftwerk und Gasbrenner zurückgegriffen werden.

Fünf Becken auf 5.500 Quadratmetern


Die spektakuläre Decke des Hallenbads besteht aus hölzernen Pyramiden, die unter anderem dem Schallschutz dienen. Dahinter ist die gesamte Lüftung versteckt. Auf 5.500 Quadratmetern stehen im Innenbereich insgesamt vier Becken zur Verfügung. Zwei davon, das Wettkampf- und Freizeitschwimmerbecken haben eine Länge von 25 Metern. Ein weiteres Becken ist als Hubbodenbecken mit einer variablen Wassertiefe konzipiert. Die flexibel höhenverstellbaren Böden eignen sich idealerweise für Therapie- und Babyschwimmen. Zudem gibt es im Außenbereich ein Warmwasserbecken. 


Saunabereich auf zwei Etagen mit Seesicht


Der Saunabereich erstreckt sich über zwei Geschosse. Im Obergeschoss befinden sich Ruheräume, eine Dachterrasse mit Whirlpool und drei Schwitzkabinen. Das Bad wird an 365 Tagen im Jahr zugänglich sein. Mit hochwertigem Douglasien-Holz als zentralem Baustoff wurde eine besondere Atmosphäre geschaffen. Insgesamt ist für 600 Badegäste im Seebad Platz, im Saunabereich für 130 Personen. Zudem gibt es auch ein Restaurant, das sowohl von der Schwimmhalle als auch vom Außenbereich her zugänglich ist.


Nutzung des Seewassers zur Wärme- und Kälteerzeugung

Das Herz des Seebads liegt unter der Badehalle. Im Kellergeschoss ist die gesamte Technik des Bads verborgen. Jedes Becken hat seinen eigenen Wasserkreislauf mit Ausgleichsbecken und Filtersystem. Für die Wärme- und Kälteversorgung des neuen Hallenbads wird bekanntlich das Seewasser genutzt. Die Seewassernutzungsanlage der Stadtwerke Bregenz basiert auf einem kalten, gerichteten und verlustfreien Energieverbund. Der See dient dabei als Energie-Quelle/-Senke und übernimmt eine Speicherfunktion. Die fehlende oder überschüssige Energie im Energieverbund wird durch den See ergänzt. So wird dem Wasser aus dem Bodensee Energie entzogen und über einen Wärmetauscher an einen zweiten Wasserkreislauf (Anergienetz) übergeben.

Die großteils unterirdische Technikzentrale samt Ausstattung ist seeseitig des neuen Hallenbads situiert – inklusive eines Primärkreislaufs mit rund 1.500 m Seeleitungen für die Wasseransaugung und -rückführung sowie eines Sekundärkreislaufs mit ca. 300 m Verteilerleitungen. Das Anergie-Rohrleitungsnetz versorgt elektrische Wärmepumpen direkt bei den Kunden zum Heizen und ermöglicht zudem eine stromfreie Kühlung (Free-Cooling). Die Seewassernutzung hat keine negativen Auswirkungen auf den See. Das Wasser wird in einer Tiefe von rund 40 Metern entnommen und nach der Nutzung in gleicher Menge und mit nur minimal veränderter Temperatur wieder zurückgeführt. Es erfolgen keine Eingriffe in die Uferzonen oder die Wasserqualität. Auch für Badende oder Wassersportler gibt es keine spürbaren Auswirkungen, da die Entnahme und Rückführung des Wassers in der Tiefe erfolgen. 

Effiziente Wärme und Kälte

Betrieben wird die Seewassernutzung von der Stadtwerke Bregenz GmbH, die auf diese Weise eine Wärmemenge von 3.300 und eine Kältemenge von 1.330 MWh pro Jahr liefern wird. Die Kälteerzeugung erfolgt direkt mit einem Kältetauscher (Free-Cooling). Dadurch resultiert ein minimaler Energieaufwand für die Kälteerzeugung. Beim Free-Cooling wird die Kälte, so wie sie aus dem See kommt, genutzt. Bei Bedarf wird für Klimakühlung (z. B. Entfeuchtung) maschinell auch Kälte auf niedrigerem Niveau erzeugt.

Im Herbst ist geplant, das bisherige alte Hallenbad abzureißen. An diesem Platz entstehen die neuen Umkleideräume für das Freibad. In einer zweiten Ausbaustufe soll die thermische Seewassernutzung auch in einem erweiterten Versorgungsgebiet als regenerative Energiequelle genutzt werden können – und langfristig Bregenz Mitte und das Weiherviertel mit nachhaltiger Wärme und Kälte versorgen.


Hier können Sie das Interview zum Thema erneuerbare Wärmeversorgung der Landeshauptstadt mit dem Klimaschutz- und Energiebeauftragten der Stadt Bregenz Gerold Ender und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfgang Winkler nachlesen.

Weitere Infos zum neuen Seebad Bregenz finden Sie hier.

Foto-Impressionen zum neuen Seebad Bregenz