e5-Gemeinde Bludesch: auf dem Weg zur Klimaneutralität
Mit dem Beschluss zur Klimaneutralität 2030 hat sich die 2.400- Einwohner-Gemeinde Bludesch ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Kleinere e5-Gemeinden haben zwar oft weniger Ressourcen, können aber mit klaren Strategien, konsequenten Maßnahmen im Klima- und Umweltschutz sowie Synergien mit anderen Gemeinden und Regionen viel bewegen.

Die Gemeinde Bludesch ist seit 2011 Teil des e5-Landesprogramms für energieeffiziente Gemeinden. Auf Basis des Klima- und Energieleitbilds, das 2023 auf den neuesten Stand gebracht wurde, verfolgt die Gemeinde nun konsequent das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Auf Basis des Energieleitbilds wurden zahlreiche Konzepte erarbeitet – in Bereichen wie Mobilität und Energie, bei der Bau- und Siedlungsentwicklung oder den energetischen und ökologischen Mindeststandards für den Bau und die Sanierung von kommunalen Gebäuden und vieles mehr.
Bludesch ist im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz auf mehreren wichtigen Wegen aktiv. Mit dem Beschluss der Gemeindevertretung zur Klimaneutralität im Jahr 2023 werden konsequent alle möglichen Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, der Förderung erneuerbarer Energien sowie energieeffizienter Mobilität ausgeschöpft.
Fokus auf erneuerbare, effiziente Energien
Beim Neubau und der Sanierung beispielsweise setzt die Gemeinde Bludesch vorrangig auf erneuerbare Wärme. Erst kürzlich wurde beim Kindercampus Bludesch eine Wärmepumpe installiert und die bestehende Photovoltaikanlage auf 200 kWp erweitert. Der Campus gilt bis heute Vorzeigebeispiel für höchste Energie- und Umweltstandards. Im Jahr 2019 errichtet, konnte dieser 962 Punkte im Kommunalen Gebäudeausweis (KGA) erzielen. Die letzte Ölheizung wurde bereits im Jahr 2020 aus der Gemeinde eliminiert, und nach dem Umbau des Gemeindeamts kann von bisher Gas auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Auch bei der installierten PV-Leistung auf Gemeindegebiet von 1,4 kWp pro Einwohner im Jahr 2024 liegt Bludesch bereits über dem Zielpfad des Land Vorarlberg, der sich lediglich auf 0,8 kWp/Einwohner beläuft. Nicht zuletzt brachte auch die komplette Umstellung auf LED bei der Straßenbeleuchtung Einsparungen von 45-50 Prozent bei den Energiekosten.

Bürger*innenbäume und Dachbegrünung
Projekte wie die Renaturierung des Schwarzbachs oder die Aktion Bürger*innenbäume mit Baumspenden zeigen auch das besondere Engagement im Umweltbereich. Damit einher geht auch die Einführung der Dachbegrünungsverordnung in Bludesch, die bislang nur wenige e5-Gemeinden verpflichtend eingeführt haben. Diese gilt für Neu-, Um- und Zubauten sowie Sanierungen. Demnach müssen bei Flachdächern mindestens 75 % der Dachfläche begrünt werden, während bei geneigten Dächern eine zusammenhängende Fläche von mehr als 15 m² begrünt werden muss.

Nachhaltige Grünflächen für die Dorfgemeinschaft
Mit Projekten wie dem Gemeinschaftsgarten „Schwarzbachgarta“ (2022 realisiert) wird zudem die nachhaltige Nutzung von Grünflächen gefördert. So haben die Bewohner*innen aus Thüringen und Bludesch-Gais die Möglichkeit, auf rund 1.700 m2 eigenes Gemüse und Kräuter anzubauen. Über 70 Beete stehen zur Verfügung – ein Teil ist für Pächter*innen für eigenverantwortliches Gärtnern ohne Pestizide reserviert, einige Beete sind jedoch für die Dorfgemeinschaft frei verfügbar.
KLAR!-Klimawandel-Anpassungs-Modellregion Walgau
Auch im Zuge der KLAR!-Walgau setzt sich Bludesch für Maßnahmen zur Klimawandelanpassung ein – dazu zählen zum Beispiel öffentliche Grünflächen, bauliche Anpassungen oder Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung.
Synergien durch Energieregion Blumenegg
Bludesch ist mit Ludesch und Thüringen eine von drei Gemeinden der Energieregion Blumenegg. So können viele Energieprojekte gemeinschaftlich vorangetrieben werden, zum Beispiel im Rahmen von MissionZero-Blumenegg, demnach sich die Gemeinden gemeinsame Ziele für kommunale Maßnahmen setzen wie ein fossilfreier Fuhrpark oder im Bereich der energetischen Sanierung etc. Das gemeinsame Dienstleistungzentrum (DLZ) ist dabei eine wichtige Anlaufstelle für alle Energie- und Umweltangelegenheiten in der Region – von der Bündelung von personellen Ressourcen im Bereich Energie, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, beim Energiemanagement von Gemeindegebäuden der Energieraumplanung oder bei der nachhaltigen Beschaffung und vieles mehr.
Erneuerbare Energieregion Blumenegg (EEG)
Nicht zuletzt wird die Gründung der erneuerbaren Energiegemeinschaft (EEG Blumenegg) im Juni 2025 weitere Synergieeffekte nach sich ziehen. In einer ersten Stufe soll der Energiebedarf der kommunalen Gebäude durch eigens erzeugten Strom gedeckt werden – mit Blick in die Zukunft, den regional erzeugten Ökostrom z. B. durch Photovoltaik später auch innerhalb der Gemeinschaft austauschen zu können.