MissionZero - der Weg zur klimaneutralen Gemeindeverwaltung
Im Oktober 2018 hat der Vorarlberger Landtag einstimmig beschlossen, die Vorarlberger Landesverwaltung ab 2019 klimaneutral zu organisieren. Auch die e5-Gemeinden sind dazu aufgerufen, dem Beispiel der „MissionZeroV“ des Landes zu folgen.

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben bereits 21 Gemeinden (davon 20 e5-Gemeinden) die klimaneutrale Verwaltung, meist unter dem Namen „MissionZero“ beschlossen.
Die MissionZero umfasst die Erhebung, Reduktion sowie die Kompensation kommunaler CO2-Emissionen, die aus der Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden und Anlagen, dem Fahrzeugpool oder Flugdienstreisen entstehen. Parallel zur Reduktion werden die verursachten CO2-Emissionen jährlich monetär bewertet und die dadurch entstehenden finanziellen Mittel wiederum zweckgebunden in zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen reinvestiert.
Im Rahmen der MissionZero werden CO2-Emissionen aus den folgenden Bereichen berücksichtigt:
- Strom- und Wärmeversorgung kommunaler Gebäude und Anlagen
- Gebäude und Anlagen, an denen die Gemeinde eine Mehrheitsbeteiligung besitzt
- gemeindeeigener Fuhrpark
Gemeinden steht es frei, die Systemgrenzen zu erweitern (z. B. auf Dienstreisen, Beschaffung, Mitarbeiter*innen-Mobilität etc.) Die genannten Bereiche müssen jedoch zwecks einheitlicher Vorgehensweise und Vergleichbarkeit immer ausgewiesen werden.
Daten, Daten, Daten
Wie so oft bildet eine genaue Datenerfassung auch auf dem Weg zur MissionZero die notwendige Grundlage. Künftige MissionZero-Gemeinden sollten im Vorfeld darauf achten, dass...
- alle kommunalen Gebäude und Anlagen im Energiebericht Online (EBO) mit den jeweils richtigen Energieträgern hinterlegt und Verbräuche vollständig erfasst sind
- der kommunale Fuhrpark ebenfalls im EBO über die Treibstoffbuchhaltung erfasst ist
CO2-Bilanz und monetäre Bewertung
Die Berechnung der CO2-Emissionen im Rahmen von MissionZero erfolgt unter Berücksichtigung der direkten (Scope 1) und indirekten Emissionen (Scope 2), d. h. unter Berücksichtigung der Vorketten. Die Berechnung für e5-Gemeinden wird vom Energieinstitut Vorarlberg angeboten. Voraussetzung ist eine lückenlose Datenerfassung im EBO.
Im Zuge von MissionZero werden trotz umgesetzter Reduktionsmaßnahmen nicht vermiedene CO2-Emissionen jährlich monetär bewertet. Der von der Landesregierung festgelegte Preis für MissionZero soll in Gemeinden nicht unterschritten werden. Im Jahr 2026 erfolgt eine Neubewertung durch das Land Vorarlberg.
Zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen
Die aus der MissionZero generierten finanziellen Mittel (aus der monetären Bewertung der anfallenden CO2-Emissionen) werden von den Gemeinden jährlich zweckgebunden in zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen reinvestiert. Dadurch können MissionZero-Gemeinden Energieeffizienz und Klimaschutz aktiv vorantreiben.
Interessierten e5-Gemeinden werden folgende Dokumente für eine erfolgreiche Umsetzung zur Verfügung gestellt
- Leitfaden zur Umsetzung der MissionZero in Gemeinden
- Beschlussvorlage
- Monitoring-Berichtsvorlage
Zusätzliche Unterstützung durch das e5-Programm gibt es
- bei Fragen zur korrekten Dateneingabe im EBO
- bei der Berechnung der CO2-Bilanz
Aktuelle Landesprojekte zur Unterstützung von MissionZero-Gemeinden
Wenn Ihre Gemeinde Interesse an einer Umsetzung von MissionZero hat, wenden Sie sich bitte an Ihre e5-Gemeindebetreuer*in.